Ithaka – Die Heimat des Odysseus

18. – 21. Juni 2025

Nach drei schwellgeplagten Nächten verlassen wir Poros zunächst Richtung Norden – unter Motor, da kein Wind. In einer Bucht an der Ostseite von Kefalonia fällt der Anker für einen kleinen Zwischenstopp. Das Wasser ist türkisblau und so klar, dass wir trotz sechs Metern Wassertiefe jedes Detail am Meeresgrund erkennen können.

Als Wind aufkommt und beenden wir unsere Kaffeepause und nehmen Kurs auf Ithaka. Die Insel gilt als die Heimat des Odysseus, der Hauptfigur in Homers Epos Odyssee. Nach dem Trojanischen Krieg irrt Odysseus zehn Jahre lang über das Mittelmeer, ehe er endlich nach Ithaka zu Frau und Sohn zurückkehrt. Ob Odysseus tatsächlich eine reale Person war, ist bis heute unklar – man kann wohl eher davon ausgehen, dass es sich um eine literarische Figur handelt. Dennoch lässt es sich Ithaka nicht nehmen, sich als Heimat des legendären Kriegers zu rühmen.

Nach zehn Minuten ist der Wind wieder weg. Ja, so ist das mit den schönen Segelmomenten im Ionischen Meer. Wir motoren weiter in den Süden der Insel, wo wir uns eine sehr einsame Bucht ausgesucht haben, in die wirklich nur ein Boot passt. Leider liegt dort bereits ein Motorboot. Also motoren wir weiter bis nach Sarakiniko und legen dort mit Landleine an. Zum Glück ist noch nicht so viel los, und wir finden ein lauschiges Plätzchen.

Sarakiniko bietet nicht nur eine herrliche Bucht mit türkisblauem Wasser, sondern auch eine deutsche Community. In den späten 1970er-Jahren gründeten deutsche Aussteiger auf der Halbinsel die basisdemokratische Kommune „Sarakiniko Alternatives Leben GmbH“ mit dem Ziel, im Einklang mit der Natur zu leben. Heute ist von der einst großen Gemeinschaft nur noch ein kleiner Kreis von etwa zehn Personen geblieben.

In Sarakiniko lernen wir auch Julia und Lukas kennen. Die beiden sind den Sommer über auf ihrer Sam, einer Sunbeam 34, unterwegs und kennen das Ionische Meer mittlerweile wie ihre Westentasche. Gut für uns – so können wir uns Tipps aus erster Hand holen.

22. – 23. Juni 2025

Wir verbringen ein paar nette Tage in dieser paradiesischen Bucht, mit Schwimmen, Paddeln und Grillen, bevor wir uns gemeinsam mit der Sam auf den Weg nach Vathy machen.

Leider bleibt der vorhergesagte Wind aus, und so motoren wir – wieder einmal – die knapp sieben Seemeilen. Die Bucht ist tief eingeschnitten, und am Ende liegt der kleine Ort Vathy – ein beliebter Stopp für Charter- und Flottillencrews, wie wir gleich am ersten Nachmittag feststellen werden. Pünktlich um 16:00 Uhr fallen sie ein. Dann heißt es für uns: ab an Deck zum Anker-/Hafenkino.

So vergehen die Tage. Wir verbringen unsere Zeit mit Wäschewaschen, Einkaufen, klar Schiff machen und haben ein paar äußerst nette Abende mit der Sam-Crew. Boatlife at its best.

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