Inselhopping continued – Atokos, Kastros, Kalamos und Meganisi
24. Juni 2025
Atokos – Bahamas-Feeling in Griechenland
Wir setzen unser Island-Hopping fort und verlassen Vathy Richtung Nordosten. Unser nächster Stopp: die One House Bay auf Atokos.
Ein schöner Westwind bringt uns in knapp zwei Stunden dorthin. Die One House Bay ist bekannt für ihre hier lebenden Wildschweine, die – wenn man ehrlich ist – gar nicht mehr so wild sind, da sie sich mittlerweile an die vielen Segler, die hier vorbeikommen und natürlich auch Futter mitbringen, gewöhnt haben. Neben den Schweinen gibt es hier noch das eine, namensgebende Haus sowie eine kleine Kapelle. Wir liegen direkt vor einer steilen Felsklippe, in der die Schwalben nisten.
Eigentlich ein schöner Ankerplatz, wäre da nicht die topografiebedingten Fallböen, die mit bis zu 20 Knoten die ganze Nacht durch die Bucht fegen. Wir beschließen deshalb, dass das hier nur ein kurzer Stopp wird, und wollen am nächsten Tag mit dem Nachmittagswind weiter. Vorher werden wir aber noch den Schweinen einen Besuch abstatten.
25. Juni 2025
Kastos – Ein ruhiges Plätzchen
Nachdem die One House Bay ziemlich schnell voll und chaotisch wurde und vor uns ein Katamaran von einem RIB angefahren wurde, wird es für uns Zeit aufzubrechen.
Seit wir die Ionischen Inseln erreicht haben, stellen wir immer öfter fest, dass es uns hier einfach zu voll ist. Wir vermissen die einsamen Buchten der nördlichen Sporaden oder des Dodekanes, in die sich nur wenige Boote verirren. Nun gut, es ist, wie es ist – und es gibt ja auch einen Grund, warum es hier so voll ist: Es ist nämlich wirklich richtig schön. Die Schläge sind kurz, die Landschaft atemberaubend und das Wasser kristallklar – aber es ist eben voll. Und damit können wir nur ganz schlecht umgehen.
Da kommt uns die kleine Bucht südlich des Hauptortes auf Kastos gerade recht. Hier liegen bis jetzt nur ein paar Eigneryachten. Das bewahrt uns zwar nicht vor dem hier üblichen Charter-Anker-Chaos, aber zumindest ist es für den Moment ruhig.
Mit rund 7 km Länge, bis zu 800 m Breite und einer Fläche von etwa 5,9 km² ist Kastos eine der kleineren Inseln im Ionischen Meer. Im Ort Kastos leben das ganze Jahr über nur etwa 40–50 Einwohner.
Wir verbringen eine sehr angenehme Nacht und paddeln am nächsten Morgen in den Hauptort, um im einzigen Café zu frühstücken. Dort bekommen wir das vielleicht beste Bougatsa, das wir bisher gegessen haben. Anschließend schauen wir noch kurz bei Julia und Lukas vorbei, die vor dem Hafen vor Anker liegen. Wir beschließen gemeinsam, nach Port Leone auf Kalamos zu segeln. Als die Sam langsam an unserer Bucht vorbeizieht, machen auch wir uns auf den Weg.
26. – 28. Juni 2025
Port Leone – Ruinen und jede Menge Wespen
Das kleine Dorf Port Leone wurde beim Erdbeben 1953 – wie viele Orte auf den umliegenden Inseln – komplett zerstört. Heute stehen nur noch eine Kirche und ein paar Ruinen. Wir legen uns mit Landleine neben die Sam, direkt vor die Überreste des Dorfes.
Beim abendlichen Spaziergang mit Sundowner genießen wir den Ausblick auf Kastos und in die Bucht.
Eigentlich ist der Ankerplatz herrlich, aber bald macht eine Horde Wespen den Aufenthalt nahezu unerträglich.
Sie sind überall – im Cockpit, unter Deck, sogar beim Schwimmen wird man zeitweise verfolgt. Die Sam hat bereits nach der zweiten Nacht genug und legt ab Richtung Meganisi. Wir tun dasselbe einen Tag später, nachdem mich eines dieser Biester in den Finger gestochen hat – und meine Hand nun auf doppelte Größe angeschwollen ist.
29. Juni – 03. Juli 2025
Meganisi – Im Reich der Reichen
Ein kurzer, aber schöner Schlag bringt uns auf die nächste Insel – Meganisi. In einer Bucht nördlich von Vathy legen wir uns mit Landleine neben die Sam.
Direkt gegenüber – vermutlich ein High-End-Luxushotel (ganz genau wissen wir es nicht, denn selbst das Internet schweigt sich darüber aus) – vielleicht ist es auch einfach eine sehr, sehr große Villa. Wer weiß? Am zweiten Tag legt jedenfalls noch eine Superyacht direkt davor an, und auch sonst mangelt es hier nicht an großen Booten. Gemeinsam mit der Sam-Crew machen wir uns einen Spaß daraus, zu überlegen, was an Bord bzw. in der Villa wohl so vor sich geht – und wie viel Zuspruch wohl eine Einladung unsererseits auf eine Flasche Lidl-Wein als Sundowner bei den Bewohnern der Villa finden würde.
Am Sonntagabend spazieren wir in die Stadt und lassen uns ein sehr leckeres Abendessen schmecken. Tobi bestellt Pork-Steak und bekommt gefühlt ein halbes Schwein.
Die meisten Boote, die in die Bucht kommen, bleiben – und so herrscht kein ständiges Kommen und Gehen. Es ist angenehm ruhig und entspannt hier.
Bis an einem Nachmittag: Wir haben uns gerade zu einem Feierabendbier im Wasser zwischen unseren Booten getroffen, als die Sam plötzlich ungewöhnlich weit abtreibt. Der Stein, an dem Julia das Boot vor ein paar Tagen festgemacht hatte, ist vom Ufer abgebrochen – und die Leine, die die Sam eigentlich gegen den momentan herrschenden Wind halten sollte, hängt nun lose im Wasser.
Julia reagiert sofort und schwimmt ans Land, um die Leine wieder anzubringen. Tobi und Lukas versuchen derweil, mit dem Motor und unserem Dinghy die Sam von der Eleanor fernzuhalten.
Nach ca. 20 Minuten ist alles wieder fest und gut vertäut – und wir widmen uns wieder unserem Feierabendbier.
Wenn der Anker und die Landleinen halten, liegt man gut hier – also bleiben wir ein paar Tage. Wir haben keinen Stress, denn wir sind mittlerweile nur noch knapp 20 Seemeilen von Preveza entfernt, wo wir in der zweiten Juli-Woche sein müssen, um unseren Flieger nach Deutschland zu bekommen.










































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