Ein Taucher, viel Wind und jede Menge Nachbarn
26. Juli 2025
Wir wollen weiter Richtung Norden – und der Wind macht es uns wieder einmal nicht leicht. Die vorherrschende Windrichtung in diesem Gebiet: Nord.
Wir verlassen Preveza über den betonnten Kanal. Kurz nachdem wir das Fahrwasser verlassen haben, setzen wir die Segel – und bergen sie kurze Zeit später schon wieder. Der Grund ist nicht etwa fehlender Wind, sondern ein Speerfischer, der rufend und schreiend im Wasser liegt. Zunächst sind wir uns nicht sicher, was das zu bedeuten hat. Ein Blick durchs Fernglas zeigt einen Menschen im Wasser, der wild mit seiner Harpune durch die Luft wedelt. Wir ändern unseren Kurs und fahren zu ihm – bereit zu helfen. Als wir bei ihm ankommen, winkt er nur entspannt ab: Er würde bloß seinen Freund rufen, damit der ihn per Boot abholt. Aha. Also keine Rettungsaktion – nur eine etwas schräge Art, ein Taxi zu rufen.
Wir setzen wieder die Segel und nehmen Kurs auf Paxos, die Insel südlich von Korfu. Für den Nachmittag ist laut Vorhersage ein günstiger Westwind angekündigt – ideal, um Strecke nach Norden zu machen. Leider kommt der Wind dann doch nicht wie vorhergesagt, sondern genau aus der Richtung, in die wir wollen.
Also kreuzen wir fünf Stunden lang auf, bis der Wind einschläft, und motoren dann weitere dreieinhalb Stunden, um wenigstens irgendwo hinzukommen, wo wir die nächsten Tage einigermaßen geschützt liegen können. Es ist nämlich mal wieder Starkwind angesagt. Ob er wirklich kommt? Wer weiß das schon. Wetter- und Routenplanung sind hier eine Mischung aus Lottospielen und Glaskugel lesen.
Wir legen uns in Gaios an einen Steg mit Mooring – direkt neben die Sam – und harren der Dinge, die da kommen. Tatsächlich bekommen wir in der geschützten Bucht von Gaios nur wenig mit vom Starkwind, der draußen übers Meer fegt. Stattdessen verbringen wir einen gemütlichen Sonntag mit der Sam-Crew und tingeln von einem Café zum nächsten.
Am Montag ziehen wir weiter – 33,50 € pro Nacht an einem Steg ohne Strom und Wasser finden wir ein wenig übertrieben, auch wenn dieser Steg sehr geschützt liegt. Für uns geht es daher etwa 6 Seemeilen weiter Richtung Norden, in die Bucht von Lakka.
Die Sam bleibt noch bis zum Nachmittag, um dann Richtung Korfu aufzubrechen. So trennen sich unsere Wege wieder – aber wir hoffen, dass sich unsere Kielwasser vielleicht noch einmal kreuzen werden. Mal sehen…
Ein kurzer, aber knackiger Schlag bringt uns nach Lakka im Norden von Paxos. Wir legen uns mit Landleine an die Westseite der Bucht. Noch ist es relativ ruhig, aber das ändert sich im Laufe des Tages. Es wird voll – richtig voll – und die Ankermanöver werden zunehmend wilder.
Zwei Nachmittage schauen wir uns das Treiben an, dann beschließen wir: Nix wie weg hier!
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Hallo aus Deutschland 🇩🇪
War denn dann der rettende Freund des Harpunenmannes in der Nähe oder schreit er heute noch? 😃
Nein er schreit nicht mehr, sein Freund kam dann relativ schnell mit dem Boot als wir wieder abgedreht sind… 🤣🤣🤣