Eine Woche in Korfu Stadt
6. August 2025
Wir verlassen Sivota und kreuzen uns unseren Weg nach Korfu. Es wird ein längerer, aber schöner Schlag, von dem wir gut zwei Drittel der Strecke segeln können. Nur auf den letzten Seemeilen verlässt uns erst der Wind und dann die Motivation.
Um die direkte Strecke von gut 5 Seemeilen kreuzend zurückzulegen, müssten wir ca. 12 Seemeilen segeln – und das mit wenig bis gar keinem Wind. Wir beschließen, es für heute gut sein zu lassen, starten den Motor und bergen die Segel.
Nur kurze Zeit später motoren wir gegen 18 kn Wind und gut einen Meter Welle an. Ja, der Wind – dieser launische Geselle!
Nach einer guten Stunde erreichen wir die Stadtbucht von Korfu, wo bereits die Sam auf uns wartet. Wir suchen einen sandigen Spot, denn – wie wir in Sivota gelernt haben – hält unser Anker im Seegras nicht. Die ersten beiden Versuche bleiben erfolglos. Dann hilft uns Lukas dankenswerterweise, per Dinghy und mit Tauchermaske bewaffnet, einen sandigen Platz zu finden, an dem wir unseren Anker fallen lassen können. Der dritte Versuch funktioniert, und der Anker hält.
Julia und Lukas brechen am nächsten Tag auf nach Errikousa, um dann von dort aus nach Italien zu segeln, das heißt unsere Wege trennen sich hier nun wirklich. Zum Abschluss gehen wir mit den beiden abends ein letztes Mal essen. Im Restaurant treffen wir – zu unserer großen Überraschung – Renard und Céline, die wir vor zwei Jahren in Ägina kennengelernt haben. Die beiden kommen gerade zurück aus Sizilien und waren diesen Sommer auch in Malta. Wir verabreden uns für die nächsten Tage zum Kaffee, um noch ein paar Tipps abzustauben.
Korfu-Stadt selbst empfängt uns mit ihrem unverwechselbaren Flair. Zwei mächtige Festungen wachen über die Stadt: die Alte Festung, die sich auf einer vorgelagerten Halbinsel erhebt, und die Neue Festung, die hoch über dem Hafen thront. Beide sind steinerne Zeugen einer langen Geschichte, geprägt von Jahrhunderten venezianischer Herrschaft. Zwischen den Festungen liegt die Altstadt – ein Labyrinth aus schmalen Gassen, flankiert von pastellfarbenen Häusern mit kleinen Balkonen und grünen Fensterläden.
Wegen der sommerlichen Hitze brechen wir am Sonntag schon früh am Morgen zu einem Spaziergang durch die Stadt auf. Noch sind die Gassen ruhig, und der Schatten der Häuser sorgt für etwas Abkühlung. Während wir durch die engen Straßen schlendern, kommen uns immer wieder Parallelen zu Genua und Palermo in den Sinn. Hier fühlt es sich eher nach Italien als nach Griechenland an – leicht, lebendig und mit dem typischen Charme einer italienischen Stadt.
Ein paar Tage später bekommen wir Nachbarn, die wir ebenfalls schon kennen: Gamze und Murat von der Curly. Wir haben die beiden letztes Jahr in den nördlichen Sporaden über ein kleines Missgeschick kennengelernt. Die beiden hatten in einer Bucht auf Peristera neben uns angelegt und ihre Landleine am selben Stein wie wir befestigt. Durch den Zug bei einer Böe ist der Felsen irgendwann abgebrochen und ins Wasser geplumpst – inklusive unserer beiden Leinen. Was für ein Zufall, die beiden hier wiederzutreffen. Aber ich hatte es ja schon mal erwähnt: Griechenland ist eben doch keine italienische Stadt, sondern ein Dorf.
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Wieder super geschrieben 👍🏻. Und sehr schöne Bilder und ein tolles Video. Danke fürs mitnehmen in die Sonne.
Grüße aus Ulm