Moritz aboard – Vorbereitungen und ein stürmischer Abschied
27.–30. August 2025 | Lakka
Drei Tage bleiben wir in Lakka und nutzen die Zeit, um alles für die Überfahrt nach Sizilien vorzubereiten. Etwa 280 Seemeilen und zweieinhalb Tage auf See liegen vor uns – diese Sache will gut geplant sein.
Also kümmern wir uns ausgiebig um Eleanor: Wir checken den Motor und die EPIRB (unsere elektronische Notfunk-Bake), suchen (leider erfolglos) nach einem Leck im Vorschiff und kontrollieren das Rigg. Dafür lasse ich mich mal wieder per Bootsmannstuhl in schwindelerregende Höhen ziehen. Da unser Timing ja bekanntlich perfekt ist, kommen genau in diesem Augenblick zwei große Ausflugsdampfer in die Bucht gefahren und machen ordentlich Welle. Während ich da so an den Mast geklammert hin- und herschwanke, muss ich unweigerlich an die Piraten aus Asterix und Obelix denken. Die hatten wenigstens einen Mastkorb …
Als Eleanor vorbereitet ist, kümmern wir uns noch ein wenig um uns selbst: ausschlafen, baden, chillen – und Orangenkuchen essen. So vergehen die Tage, und unsere Abfahrt rückt näher. Am Sonntag soll es losgehen.
80 % der Zeit werden wir keinen Mobilfunkempfang und somit auch kein Internet haben. Einzige Kommunikationsmöglichkeit: unser UKW-Funkgerät. Also checken wir schon seit einigen Tagen regelmäßig das Wetter und recherchieren die Landstationen, die in dem von uns befahrenen Seegebiet Wetterberichte per Funk durchgeben. Spoiler: Wir werden nur ein einziges Mal die Gelegenheit haben, einen dieser Berichte zu hören – er wird nur wenig mit dem tatsächlichen vorherrschenden Wetter gemein haben. Aber so ist das eben mit den Vorhersagen.
Das merken wir auch am Vorabend unserer Abfahrt. Wir haben alles für den morgigen Start vorbereitet und planen, abends ein letztes Mal essen zu gehen. Moritz und Tobi machen sich vorher noch einmal mit dem Dinghy auf, um im Hafen Wasser zu holen, als plötzlich die Temperatur spürbar fällt und sich der Himmel im Norden verdunkelt.
Wir hatten bereits den ganzen Nachmittag ein Gewitter über Korfu im Auge, alle unsere Wetter-Apps sagten jedoch voraus, dass es nach Osten abziehen würde. Überraschung…Tut es nicht!
Vom Vordeck aus kann ich sehen, wie die Front immer näher kommt. Zum Glück haben wir die meisten Dinge an Deck bereits für die Überfahrt verstaut. Also bringe ich nur noch unsere Hängematte und die Cockpitpolster in Sicherheit und postiere mich auf dem Vorschiff, um die Lage zu beobachten – und nach Tobi und Moritz Ausschau zu halten.
Kurze Zeit später kommen die beiden, gemeinsam mit zahlreichen anderen Dinghies, aus dem Hafen geschossen. Offensichtlich waren wir nicht die Einzigen, die der Vorhersage geglaubt und nicht mit einem Gewitter gerechnet hatten.
Wie sich herausstellt, sind die beiden keine Minute zu früh. Kaum haben wir die Wasserkanister ausgeladen und das Dinghy hochgezogen, geht es los: Der Wind weht direkt in die Bucht, und innerhalb kürzester Zeit baut sich knapp ein Meter Welle auf.
Glücklicherweise liegen wir im Süden der Bucht mit Landleine. Da der Wind aus Norden kommt, haben wir Wind und Welle direkt von vorn – nicht wie unsere armen Nachbarn im Westen, die es voll von der Seite abbekommen.
Als der Wind weiter zunimmt, beschließen wir, noch etwas mehr Ankerkette zu geben, den Motor zu starten und einzukuppeln, um den Anker zu entlasten. Wir sind nämlich nur 30 Meter vom Strand entfernt, und wenn der Anker nicht hält, wäre das mehr als ungünstig.
Was uns aber noch mehr beunruhigt: Wir liegen auf nur 2,5 Metern Wassertiefe. Moritz und ich hatten uns am Nachmittag beim Baden noch einen Spaß daraus gemacht, mit den Füßen den Meeresboden zu berühren. Jetzt warten wir bei jeder größeren Welle darauf, dass ein lautes Knacken uns mitteilt, dass unser Ruder am Grund aufgeschlagen ist.
Am Ende ist zum Glück alles gut gegangen, aber das Gewitter hält uns bis kurz nach Mitternacht auf Trab. Statt einem leckeren griechischen Abendessen, gibt es Chips und Erdnüsse. So hatten wir uns unseren letzten Abend in Griechenland nicht vorgestellt. Für uns fühlt es sich fast ein wenig wie ein Rausschmiss an. Nun gut – wahrscheinlich wird es jetzt wirklich Zeit zu gehen.
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Ich bekomm den Pirat von Asterix und Obelix nimma ausm Kopf wie er da oben im Ausguck hängt 😂
Ja, so ist das in Lakka 🙈