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Die Überfahrt – Ein Gastbeitrag von Moritz

31. August 2025

Gegen zwölf Uhr brechen wir auf. Es liegen rund 280 Seemeilen vor uns. Wir motoren aus der Bucht, verabschieden uns von Griechenland – und jetzt geht es los: die Überfahrt.

Vorher dachte ich noch: Wird schon nicht so anstrengend sein, das bisschen Welle. Eigentlich muss man ja nur einmal Segel setzen und dann kann man sich hinlegen. Aber falsch – so war es wirklich nicht.

Tagsüber war noch alles okay. Doch nach etwa fünf Stunden kam mir der Gedanke: Jetzt müssten wir doch bald ankommen. Diese Illusion verschwand, als die Sonne unterging. Mit der Zeit gewöhnte ich mich an das Geschaukel. Die erste Nacht war anstrengend, aber irgendwann arrangierte ich mich damit.

Am zweiten Tag musste leider der Motor ran – und das blieb auch erstmal so. Wir hatten zwar den Windalarm gestellt, doch der piepste die nächsten sechs Stunden nicht. Irgendwann konnten wir aber dann wieder Segel setzen.

Am Abend übernahmen Tobi und ich die erste Schicht. Mit der Zeit bekam Tobi immer stärkere Nackenschmerzen und schlief schließlich ein. Also hielt ich die nächsten zwei Stunden alleine Wache, bis Micha übernahm. Dann hieß es: schlafen.

Am Morgen waren Tobis Nackenschmerzen immer noch nicht besser. Micha packte ihr Massagegerät aus, und Tobi konnte sich etwas erholen. Die nächste Nacht verbrachten wir oben, da der Motor so laut war. Ansonsten verlief sie ähnlich wie die erste. Nur die vielen Stunden und Tage auf See wurden zunehmend anstrengend.

Am Nachmittag wurden die Wellen immer höher, und wir freuten uns schon auf Wind – der jedoch noch auf sich warten ließ. Also beschlossen Tobi und ich, noch ein paar im Voraus heruntergeladene Folgen „Ran“ (YouTube-Segelvideos) zu schauen. Irgendwann schlief ich dabei ein und wachte erst wieder vor Anker auf, als Micha mich nach unten auf die Couch buxierte.

Der nächste Tag vor Anker fühlte sich ungewohnt an, da das Boot nicht mehr so stark schwankte wie auf dem offenen Meer. Jetzt hieß es erstmal: ausschlafen – und dann Sizilien erkunden. Auf den Landgang nach drei Tagen war ich sehr gespannt.

Insgesamt war es eine tolle Erfahrung. Ich bin froh, es erlebt zu haben, auch wenn mir ein paar Wochen später immer noch die Beine schwanken. Die Crew hat super zusammengearbeitet, wir sind uns nicht auf die Nerven gegangen, und ich habe mich zu jeder Zeit sicher gefühlt.

5 Kommentare
  1. Tobi
    Tobi sagte:
    19. September 2025 um 10:57

    Hey Moritz! Klasse Bericht, ehrlich und authentisch geschrieben! Eine tolle Leistung, die wir gemeinsam gestemmt haben. Vielen Dank, dass du uns auf unserer bisher längsten Überfahrt begleitet und so tatkräftig unterstützt hast! LG Onkel Tobi

    Antworten
  2. Herbert Rhode
    Herbert Rhode sagte:
    19. September 2025 um 12:25

    Toll geschrieben! Bravo! Schön, wenn jemand sich nicht von etwas längeren Strecken abhalten lässt und dies dann auch noch so toll beschreibt!
    So, noch die Tasche packen, dann geht es diese Nacht mit dem Flieger nach Korfu, wo hoffentlich ab morgen die SY Talia auf uns wartet.

    Antworten
  3. Silvi
    Silvi sagte:
    19. September 2025 um 12:58

    Bravo, Maestros!!!

    Ich habe so lange auf diesen Bericht gewartet und freu mich umso mehr, dass Eleanors Patenonkel ihn aus seiner Sicht beschreibt. Moritz, es ist großartig zu lesen, wie du diese Überfahrt empfunden hast!
    Und noch viel mehr, wie tatkräftig du, Micha und Tobi mit Tat und Moral unterstützen konntest.

    Ihr seid schon eine echt coole Crew!
    Ganz liebe Grüße.
    Silvi

    Antworten
  4. Tom
    Tom sagte:
    19. September 2025 um 16:37

    Die unverblümte Sicht eines Kindes ist oft sehr erfrischend und direkt, siehe weiche Knie und Motorenlärm. Sehr gut geschrieben.

    Antworten
  5. Julia
    Julia sagte:
    20. September 2025 um 09:01

    Toller Bericht von Moritz 😊
    @Tobi, geht es deinem Nacken besser?

    Antworten

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