Malta wir kommen!

11. September 2025

Nach einer guten Woche Erholung in Syrakus brechen wir zu einer weiteren längeren Etappe auf. Nächstes Ziel – Malta. Vorher geht es aber erst nochmal – ihr ahnt es schon – zu Lidl. Dort sind gerade deutsche Wochen und bei Weißwurst vom Zimmermann aus Thannhausen und echtem Händlmaier Senf können wir einfach nicht widerstehen.

Nach einem zünftigen Weißwurstfrühstück starten wir mit den Vorbereitungen für unsere nächste Überfahrt. Bereits seit ein paar Tagen hadern wir wieder mit der Wettervorhersage. Kein Wind oder zu viel – es ist immer dasselbe. Da wir auf unserer Reise von Griechenland nach Italien fast 30 Stunden unter Motor gefahren sind, entscheiden wir uns dieses Mal lieber für mehr Wind: 5–6 Bft von hinten mit 0,8–1,2 m Welle – wird schon gehen.

Ja, es geht dann auch irgendwie. Aber schön ist anders, zumal wir über Nacht fahren müssen, da tagsüber der Wind schon wieder nachlässt. Vorteil nachts: Man hört die Wellen nur von hinten anrauschen und sieht sie nicht, wie sie sich hinter dem Boot auftürmen. Nichtwissen kann ja auch ein Segen sein.

Kurz vor Malta schafft es ein besonders großes Exemplar aber doch, übers Heck einzusteigen, und spült das Cockpit inklusive Skipper, der am Ruder steht, einmal durch.

Nach gut 17 Stunden erreichen wir, durchgeschaukelt und müde, unsere ausgewählte Ankerbucht im Osten von Malta. Wir hatten noch darüber diskutiert, ob Bucht oder Hafen, und uns einstimmig für die Bucht entschieden.

Ein Fehler – der Schwell läuft um eine Landspitze herum direkt in die Bucht, und wir stehen quer zur Welle. Es schwankt also weiter – egal, wir sind müde genug, um auch so schlafen zu können.

Auf unserem Weg nach Malta hatten wir übrigens noch eine spannende Begegnung. Boris Herrmann & Team Malizia kreuzen, auf der letzten Etappe des Ocean Race, unseren Weg. 

13. September 2025

Über Nacht hat der Schwell nachgelassen, kommt aber am nächsten Morgen mit dem einsetzenden Wind zurück, und während des Frühstücks klammern wir uns an unsere Müsli-Schalen.

Es ist Samstag – für die Malteser Zeit, ihre Motoryachten auszuführen. Innerhalb einer Stunde ist die Bucht voll mit mittel- bis großen Motoryachten. Zeit für uns zu verschwinden, vor allem weil wir nicht – wie alle anderen – zusätzlich einen Heckanker ausgebracht haben. Dies scheint hier nämlich, als Maßnahme zum Platzsparen, üblich zu sein.

Wir verlegen uns in die Creek-Marina nach Valletta und verbringen den Nachmittag damit, unser nicht-schwankendes Boot zu genießen. Toll, wenn man eine Tasse abstellen kann, ohne Angst zu haben, sie im nächsten Moment als Scherben vom Boden aufkehren zu müssen. Die Marina kostet 80 EUR die Nacht, und so bleiben wir nur eine.

Am Sonntagnachmittag verlegen wir uns in ein nahegelegenes Bojenfeld im Stadtteil Sliema. Wie das mit den Bojen hier genau funktioniert, weiß irgendwie niemand. Es sind Bojen von Privatbooten oder Charterunternehmen, die nicht immer genutzt werden. An freie Bojen kann man sich legen – aber nur so lange, bis der Besitzer sie selbst wieder braucht. Das kann am selben Abend oder nie sein. Bojen-Lotterie!

Als wir in das Feld einfahren, kommt uns zum Glück gleich ein anderer Segler zu Hilfe. Die Bojen neben ihm scheinen im Moment unbenutzt. Also: eine Leine vom Bug, eine vom Heck – und schon liegt Eleanor festgezurrt zwischen zwei orangenen Bojen. Mal sehen, wie lange?!

1 Kommentar
  1. Silvi
    Silvi sagte:

    Hey Tobi, der Bart steht Dir echt gut!!!!
    Und einmal mehr, habt Dank für‘s Teilhaben lassen!!! Spannend zu spüren wie anders Bella Italia im Vergleich zu Griechenland seglertechnisch so funktioniert..
    Fernwehmütige Herbst (Blues) Grüße
    Silvi

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