Valletta – Zehn Tage zwischen Mittelalter und Moderne
17. September 2025
Um den Cliffhanger aus dem letzten Beitrag aufzulösen – 3 Tage … dann müssen wir unseren schönen Bojenliegeplatz wieder verlassen. Eines Morgens kommt ein freundlicher Malteser mit einem Motorboot und klärt uns darüber auf, dass das seine Bojen sind und er diese nun braucht, da das Wetter schlecht wird und er seine Schiffe nicht wie üblich am Stadtkai liegen lassen kann.
Schade, aber irgendwie hatten wir damit schon gerechnet. Deshalb haben wir auch noch eine andere Option im Ärmel. Etwas näher an Manoel Island haben wir bereits, während wir noch im Hafen lagen, zwei blaue Bojen ausgemacht, die ebenfalls unbenutzt zu sein scheinen. Wir verlegen uns also dorthin und kurz nachdem wir festgemacht haben, kommt unser neuer Nachbar mit dem Dinghy und erklärt uns, dass diese Bojen voraussichtlich erst ab Anfang Oktober wieder benötigt werden. Super!
Wir warten noch das schlechte Wetter ab, das sich leider über drei Tage hinziehen wird, und beginnen dann mit unserer Erkundung der umliegenden Städte.
Was man nämlich oft übersieht: Valletta selbst ist eigentlich sehr klein – kaum größer als ein Quadratkilometer. Rundherum liegen aber viele eigenständige Städte, die oft wie Stadtteile wirken. Direkt am Grand Harbour findet man die „Three Cities“ Birgu, Senglea und Cospicua, die eine lange Geschichte mit dem Malteserorden verbindet. Auf der anderen Seite des Marsamxett Harbour liegt Sliema, hier befindet sich unser Bojenfeld.
Zusammen ergeben all diese Orte ein dichtes Geflecht aus Geschichte, Kultur und städtischem Leben – kein Wunder also, dass es sich manchmal wie eine einzige große Stadt anfühlt.
Verbunden werden die einzelnen Städte durch einen relativ zuverlässigen und günstigen öffentlichen Nahverkehr, der sowohl Busse als auch Fähren umfasst. Wer nicht so auf überfüllte Busse oder Schiffe steht, dem seien Bolt oder ein Taxiboot empfohlen.
Die ersten Tage verbringen wir in Sliema – eine quirlige Stadt mit Promenade, Restaurants und Geschäften. Ein schöner Kontrast zu den ruhigen und einsamen Ankerplätzen, die wir die letzten Monate so hatten. Wir genießen es, abends noch einmal kurz in die Stadt gehen zu können, um ein Eis zu essen oder einfach das Treiben zu beobachten.
Nachdem wir Sliema ausgiebig erkundet haben, wenden wir uns Valletta zu. Um dorthin zu kommen, entscheiden wir uns für die Fähre. Die stolze Hauptstadt der Insel erhebt sich gleich gegenüber von Manoel Island. Schon die Anfahrt mit der Fähre ist beeindruckend: gewaltige Festungsmauern, imposante Stadttore und das Gefühl, in eine andere Zeit einzutauchen. Wir schlendern durch die engen Gassen und lassen uns treiben: barocke Fassaden, kleine Cafés und immer wieder diese herrlichen Ausblicke über das tiefblaue Meer. Um zwölf Uhr mittags finden wir uns im Upper Barrakka Garden ein. Von hier aus wird jeden Mittag die Noon-Gun abgefeuert. Leider ist Sonntag und extrem viel los, so sehen wir nicht viel von dem ganzen Spektakel, genießen dafür aber anschließend – als sich die Massen wieder verzogen haben – die tolle Aussicht über den Hafen und die „Three Cities“, die wir in den nächsten Tagen noch erkunden wollen.
Ein paar Tage später machen wir uns also auf nach Birgu, eine der „Three Cities“ – dieses Mal nehmen wir den Bus. Knapp eine Stunde rumpeln wir im Linksverkehr an der Hafenpromenade entlang. In Birgu selbst geht es eher gemütlich zu. Die alten Steinhäuser, die engen Gassen und der Hafen voller Yachten vermitteln eine besondere Atmosphäre. Hier spürt man Geschichte auf Schritt und Tritt, und gleichzeitig das moderne und auch sehr mondäne Leben, das sich rund um die Marina abspielt. Eine Megayacht reiht sich an die andere. Aha, da kommen also diese ganzen maltesischen Yachten her, die uns die letzten zwei Jahre immer wieder begegnet sind.
Was uns auf Malta besonders beeindruckt hat, ist der ständige Kontrast zwischen Alt und Neu. Auf der einen Seite Valletta mit seinen mächtigen Festungsmauern und barocken Bauten, die stolz auf dem Felsen thronen. Auf der anderen Seite Sliema, mit seinen modernen Hochhäusern, Hotels und Glasfassaden, die die Skyline bestimmen. Genau dieser Gegensatz zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Tradition und Moderne, macht den Reiz von Malta aus.
Alles in allem waren diese Tage für uns ein gelungener Mix aus Sightseeing und entspanntem Bordalltag. Malta hat uns gezeigt, wie vielseitig es ist – ein Ort, an dem man gerne verweilt, der aber auch neugierig darauf macht, was dieses Revier sonst noch so zu bieten hat.
































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