Gozo – Maltas kleine Schwester
30. September 2025
Für uns geht es weiter nach Gozo. Für die nächsten Tage ist Starkwind angesagt, und so haben wir einen Platz in der Marina in Mgarr gebucht. Unseren ursprünglichen Plan, vorher eine Nacht in der viel gepriesenen Blue Lagoon zu verbringen, verwerfen wir, als wir dort einlaufen. Es ist 17:00 Uhr – und immer noch die Hölle los. Fähren, kleine Ausflugsboote und Mietjetskis summen wie ein wild gewordener Bienenschwarm durch die Bucht. Das ist heute nichts für uns.
Wir ankern stattdessen vor dem Hafen, und am nächsten Morgen ist dann zum Glück auch bereits unser Liegeplatz frei. Pünktlich, kurz vor dem ersten Gewitter des Tages, liegen wir gut vertäut in unserer Box. Das Wetter ist im Moment echt sehr launisch, und ständig warnt uns das Handy vor Gewitterstürmen, die rund um uns ihr Unwesen treiben.
Vor allem Tobi steckt das erste Gewitter in Lakka noch in den Knochen – eben weil es damals so plötzlich und heftig kam. Außerdem haben die letzten acht Wochen ihren Tribut gefordert. Seit wir im Ionischen Meer angekommen sind, war es eigentlich nur anstrengend: zu viel Wind, zu wenig Wind, schwellige Ankerplätze, nicht haltende Anker, fordernde Überfahrten. Wir sind ausgelaugt – körperlich und mental. Von der Sorge ums Boot, den ständigen Bedenken wegen des Wetters, den schlaflosen Nächten, weil alles schwankt und knarzt. Kurz: Es wird Zeit für ein bisschen Landleben, wir sind segelmüde.
Vier Tage verbringen wir auf Gozo. Hier treffen wir auch Manfred wieder, den wir vor zwei Jahren in Griechenland kennengelernt haben. Er ist mit wechselnder Crew auf seiner Aqibis unterwegs nach Madeira. Was für ein schöner Zufall!
Während unserer Zeit auf Gozo behalten wir das Wetter mit wachem Auge im Blick und stellen fest: Am Sonntag öffnet sich ein ganz passables Wetterfenster für die Überfahrt nach Marina di Ragusa. Wir beschließen, diese Chance zu nutzen.
Vorher wollen wir aber noch ein bisschen von der Insel sehen. Also steigen wir am Samstag – ganz die Touristen, die wir ja eigentlich nicht sind – in einen roten „City Sightseeing“-Bus und lassen uns von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten kutschieren. Die Dame am Ticket-Schalter hat uns versichert: Es ist die schnellste und bequemste Art Gozo zu erkunden. Ja und für uns wahrscheinlich auch die nervigste.
Gozo hat uns insgesamt nicht umgehauen. Es gibt einige nette Ecken, und die Hauptstadt Rabat hat uns gut gefallen. Auch die Steilküste ist beeindruckend – die hätten wir uns allerdings lieber vom Boot aus angesehen. Sei’s drum – es war trotzdem ein schöner Tag.
Als wir zurückkommen, machen wir Eleanor klar und verlassen am nächsten Morgen um kurz vor 07:00 Uhr Gozo mit dem Ziel Marina di Ragusa. Die Überfahrt ist insgesamt okay. Wir hatten eigentlich mit Halbwind gerechnet, doch der Wind kommt schließlich doch etwas achterlicher – und so rollt es mal wieder ordentlich.
Auch mit dem Wetter haben wir nur bedingt Glück: Eine der drei Regenfronten, die an uns vorbeiziehen, erwischt uns dann doch. Um 18:00 Uhr laufen wir in Ragusa ein. Es war unser letzter Schlag für diese Saison.
Wir sind beide erleichtert, jetzt hier angekommen zu sein. Normalerweise schwingt am Ende der Saison bei uns immer ein bisschen Wehmut mit. Dieses Jahr ist das anders. Statt traurig zu sein, dass die Reise vorbei ist, sind wir einfach froh, angekommen zu sein.
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Hallo ihr zwei „Segelmüden“,
Hotel Mama ist bereit fürs Landleben.
Freuen uns auf euch
Das freut uns sehr, dass die Türen im Hotel Mama offen stehen!
Gozo schaut toll aus. Freut uns, dass ihr gut angekommen seid in eurem Winterhafen 😊
Gozo und Malta ist komplett anders als Griechenland. Jetzt genießen wir den Herbst in und um Marina di Ragusa.
Sehr schöne Bilder zum Abschluss, danke dafür.
Sehr gerne! Freut uns, dass dir die Bilder gefallen. Danke für’s fleißige Kommentieren.
Lieben Dank an euch beiden, dass ihr uns einmal mehr an euren Abenteuern, spannenden Begegnungen und zauberhaften Sonnen auf und Untergängen gehabt teilhaben lassen.
Zu Hause erwarten euch Wollsocken, dicke Decken und Mäntel, BR1 zum Plätzchen backen, Glühwein, Kaminfeuer und immer einen festen, nicht wackelnden Heimathafen! Kommt wieder heil und gut zu Hause zum „Spur einstellen“ und erholen zu Hause an!
Ich freu mich, euch wiederzusehen!
Nach viel Sommer und Sonne haben auch Wollsocken und ein Kaminfeuer seinen Reiz. Wir freuen uns auch, dich bald mal wieder zu sehen!