Technical Tuesday – SOS
03. April 2026
Zwischen all den schönen Momenten auf See gibt es auch die weniger glamourösen Themen an Bord. Das heutige Thema gehört genau dazu. Es wird technisch – und es geht um Sicherheit.
Nicht, weil etwas passiert ist. Sondern, weil genau das der Plan ist: vorbereitet sein, bevor man es braucht. Deshalb gehen wir heute einen Teil unserer Sicherheitsausrüstung durch.
Seenotsignalmittel
Unsere Seenotsignalmittel haben wir bereits 2023 in Genua erneuert. Im Notfall kann man damit – durch Rauchtöpfe, Signalraketen und Handfackeln, wie man sie aus Fußballstadien kennt – auf sich aufmerksam machen.
EPIRB
Unsere EPIRB (Seenotfunkbake) haben wir vom Voreigner übernommen und 2023 in Gersthofen umprogrammieren lassen. Zu unserer Überraschung gibt es dort tatsächlich einen Händler, der das macht.
Da über die EPIRB im Ernstfall die gesamte Rettungskette per Satellit in Gang gesetzt wird, darf die Wartung und Programmierung nur von zertifizierten Betrieben durchgeführt werden. Dabei werden unter anderem persönliche Daten, Notfallkontakte und Bootsdaten aktualisiert.
Rettungsinsel und -westen
Dieses Jahr stand dann die Wartung der Rettungsinsel und der Rettungswesten auf dem Plan.
Ein Thema, das wir ehrlich gesagt schon länger vor uns herschieben. Zum einen, weil die Kommunikation mit den Servicebetrieben nicht immer ganz einfach ist, zum anderen, weil Wartung Zeit und Geld kostet. Zeit haben wir – und aus Kostensicht steht man jedes Mal vor der gleichen Frage: warten oder neu kaufen? Dieses Mal gewinnt die ökologischere Variante.
Also haben wir unseren Container an Deck demontiert. Allein das war schon eine gute Übung – wir hätten nicht gedacht, dass die Insel satte 53 kg wiegt. Mit einem Einkaufswagen ging es dann zum Schiffsausrüster. Von dort wurde sie vom Servicebetrieb abgeholt, gewartet und später wieder zurückgebracht.
Zwei Wochen später war alles wieder an Bord und die Rettungsinsel an ihrem Platz – bereit, uns im besten Fall niemals dienen zu müssen.
Garmin inReach Mini 2
Neu an Bord ist außerdem unser Garmin inReach Mini 2.
Ein kleines Satellitenkommunikationsgerät, das für uns auf längeren Überfahrten eine sinnvolle Ergänzung ist. Auch wenn wir die Ruhe und Abgeschiedenheit auf See sehr genießen, gibt es Momente, in denen man doch gerne einen aktuellen Wetterbericht hätte.
Genau dafür haben wir uns das Gerät angeschafft. Wir können darüber Wetterdaten abrufen, unsere Route tracken und mit euch teilen – ihr wisst also immer, wo wir gerade unterwegs sind.
Und falls es wirklich ernst wird, lässt sich darüber auch ein Notruf absetzen oder eine Nachricht verschicken. Ganz klassisch per Text – ein bisschen wie früher mit T9. Die Jüngeren unter euch müssen das vielleicht googeln.
Grabbag
Für den Fall, dass wir das Schiff plötzlich verlassen müssen – zum Beispiel bei Feuer oder Wassereinbruch – arbeitet Micha gerade an der Zusammenstellung eines bzw. zweier Grabbags.
Darin sind wichtige Dinge wie Dokumente, Wasser, Snacks und eine Powerbank enthalten. Vor längeren Überfahrten haben wir diese wasserdichten Taschen gepackt, um sie im Notfall sofort griffbereit zu haben.


























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