Vorbereitungen
27. April 2026
Unsere Zeit in Marina di Ragusa neigt sich langsam dem Ende zu. Unser Liegeplatz ist bis 30. April bezahlt und glücklicherweise tut sich in der letzten Aprilwoche auch ein Wetterfenster auf, um nach Westen zu kommen. Also starten wir mit den Vorbereitungen für unsere Abreise. Wer uns schon ein bisschen länger verfolgt, weiß: Wir gehen erstmal zu Lidl. Denn Essen ist ein wichtiges Thema bei uns an Bord und – wir lieben Lidl.
Eine Woche vor unserer geplanten Abreise nehmen wir uns also einen Mietwagen, um eine Proviantierungsfahrt zu machen. Da wir dafür nicht den ganzen Tag brauchen, beschließen wir, das Ganze mit einer kleinen Sightseeing-Tour zu verknüpfen. Wir machen uns zunächst auf den Weg nach Scicli, einem kleinen Ort im Nordosten von Marina di Ragusa. Unser erster Stopp: der Friedhof. Hier kommen wir eher zufällig vorbei, aber dieser Gottesacker sieht bereits von außen so imposant aus, dass wir neugierig werden und uns das genauer anschauen wollen.
Wer sich hier nun ein weites Feld, gespickt von Grabsteinen, vorstellt, liegt gänzlich falsch. Prunkvolle, beinahe kirchenartige Familiengruften ragen in den Himmel, dazwischen Reihen von unzähligen Wandgräbern, Loculi genannt, in denen die Toten in Wandnischen bestattet werden. Man sagt, die Kultur eines Volkes erkennt man daran, wie es mit seinen Toten umgeht. Hier scheinen die Toten jedenfalls nicht vergessen zu sein.
In Scicli selbst drehen wir eine kleine Runde durch den Ort und lassen uns dann im Garten eines kleinen Cafés zum späten Frühstück mit Cornetto di Nutella und Cappuccino nieder.
Anschließend geht es weiter nach Modica, auch hier erkunden wir die Stadt und probieren die bekannte Modica-Schokolade. Eine sizilianische Spezialität, die durch ein antikes Kaltverarbeitungsverfahren entsteht. Sie zeichnet sich durch eine grobkörnige, bröckelige Textur mit sichtbaren Zuckerkristallen aus, da der Zucker nicht vollständig schmilzt. Geschmacklich intensiv, bitter-süß, aber eben nicht zartschmelzend wie gewöhnliche Schokolade.
Und dann – geht’s zu Lidl!
Wieder zurück in Marina di Ragusa machen wir noch mehrere Touren zur Tankstelle, um Diesel und Benzin zu bunkern, bevor wir den Mietwagen wieder zurückgeben.
Die darauffolgenden Tage führen wir letzte vorbereitende Checks an Eleanor durch. So geht es für mich wieder einmal in den Mast, um das Rigg zu checken. Dort mache ich in etwa 12 Meter Höhe eine recht verwunderliche Entdeckung. In der Trommel, an der unser Kutter angeschlagen ist, liegt ein kleiner Fisch. Bereits gut von der Sonne getrocknet. Wir fragen uns, wie der da hingekommen ist. Die wahrscheinlichste Erklärung ist wohl, dass eine Möwe beim Überflug ihre Beute verloren hat und sich diese in unserem Kutterstag verfangen hat. Sachen gibt’s …
Und dann schlägt natürlich auch wieder Murphy zu. Beim routinemäßigen Check der Seewasserpumpe im Motor macht Tobi dann noch eine weniger erquickliche Entdeckung. Ein Flügel des Impellers ist abgebrochen. Das ist schlecht, denn jetzt müssen wir nicht nur den Impeller tauschen, sondern auch das fehlende Stück des alten Impellers im Kühlkreislauf suchen, da dieses den Wärmetauscher verstopfen könnte. Wir haben Glück und finden das komplette Stück direkt vor dem Wärmetauscher und müssen so nur eine Schlauchschelle lösen.
Nachdem Eleanor also bereit zur Abfahrt ist, verabschieden wir uns nochmal ausgiebig von Marina di Ragusa. Wir lassen uns ein letztes riesiges Eis schmecken und gehen mit Sabine und Peter von der Joy noch ein Bier trinken. Und dann geht es los …
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Wow… die Fotos machen Lust auf ne Kurztrip nach Sizilien. Allein schon die süßen Leckereien…das Eis am Ende sieht eher nach Eis-Döner aus. 😀
Die Gräber sind echt imposant…. vllt von La Famiglia? 😉
Geht mir gerade ganz genauso wie dir, Beate. Hab mir gerade überlegt, ob ich von Bad Reichenhall aus über einen kurzen Abstecher rechts rum (Richtung Brenner und Sizilien) nach Hause fahren soll…
Also, wir können Sizilien nur empfehlen, nicht nur, aber besonders wegen dem Eis… 😅