Menorca | Der Norden
24. Juni 2026
Unser Start, die Nordküste zu erkunden, beginnt holprig. Nach einem kurzen und entspannten Schlag, bei dem wir die tolle Steilküste langsam an uns vorbeiziehen lassen, laufen wir die Cala Pregonda an. Hier erfahren wir dann zum ersten Mal das, was uns im Winterlager in Marina di Ragusa so viele, die aus dem Westen kamen, prophezeit haben: Es ist voll!
Ähnlich wie am Samstag vor Weihnachten auf einem deutschen Aldi-Parkplatz kreisen wir ein wenig umher, um einen freien Spot zu finden. Dann geben wir auf – das ist nichts für uns. Und die Nordküste hat ja zum Glück mehr als nur eine Bucht.
Knapp sieben Seemeilen sind es bis zur Cala d’Algaiarens. Wir setzen wieder die Segel und genießen bei Vorwindkurs weiter die Ausblicke.
In Algaiarens angekommen, nimmt der Tag dann doch noch eine etwas stressige Wendung. Auch hier ist es voll, wir versuchen aber dennoch unser Glück. Zweimal leider erfolglos – an der Stelle, die wir uns initial ausgesucht haben, relativ weit außerhalb der Bucht, hält der Anker nicht. Wir wollen es etwas weiter drinnen probieren und suchen uns zwischen den vielen Booten einen anderen Spot.
Ich bin gerade dabei, den Anker auszubringen, als Tobi wild winkend im Cockpit steht. Hinter ihm, etwa 200 Meter entfernt, sehe ich einen aufgebrachten Spanier an Deck seines Segelbootes stehen, der ebenfalls wild winkt und irgendetwas auf Spanisch brüllt. Mit hochrotem Kopf schreit und gestikuliert er wie ein Irrer.
Leider können wir nicht verstehen, was er ruft, denn wir sind a) zu weit weg und b) ist unser Spanisch dafür einfach nicht gut genug. Mittlerweile sind auf allen anderen Booten Leute an Deck und beobachten das, was wohl die Show des Tages werden könnte. Well, Guys… Enjoy!
Wir gehen wieder Anker auf, denn hier können wir nicht liegen bleiben. Am Ende sind wir noch schuld, wenn der Typ gleich einen Herzkasper bekommt. Einige hundert Meter entfernt von diesem Choleriker finden wir dann doch noch einen Platz.
Als wir auf dem Weg dorthin an einem Katamaran vorbeikommen, sagt der Charter-Skipper, der mit seinen Gästen natürlich ebenfalls an Deck steht, nur: C’est la vie. Ja, so ist es wohl – das Leben.
Nach einer ruhigen Nacht müssen wir uns frühmorgens bereits verlegen. Nicht weil wir wieder jemandem im Weg sind, sondern weil es in Algaiarens keinen – wirklich gar keinen – Handyempfang gibt. Da Tobi um 09:30 Uhr seinen ersten Termin hat, verlegen wir uns noch vor dem Frühstück nach Cala Morell.
Hier gefällt es uns. Umrahmt von Steilhängen, gespickt mit weißen Häusern und beeindruckenden Felsformationen, liegen wir hier gut geschützt und bleiben deshalb auch zwei Tage.
Wir machen eine kleine Wanderung zum Kap, von dem aus man einen schönen Blick auf die Bucht und den Elefantenfelsen hat, der das Wahrzeichen von Cala Morell ist und am Eingang der Bucht steht. Außerdem erkunden wir die Nekropolis, eine Begräbnisstätte aus dem Jahr 500 v. Chr.
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Manchmal muss man auch selbst für das Hafenkino herhalten 🙈
Oh Mann ja, allerdings 🤣🫣