Mallorca | Malle wir kommen!
04. Juli 2026
Nach dem starken Nordwind der letzten Tage ist das Wetter nun perfekt für unsere Überfahrt nach Mallorca. Die knapp 25 sm legen wir in 4,5 Stunden zurück. Sehr nice auf Halbwindkurs – leider mit etwas zu wenig Wind und noch ein bisschen viel Welle. Aber wir hatten bereits deutlich schlechtere Bedingungen.
Unser erster Stopp ist Cala Rajada an der Ostküste. Und wir stellen wieder einmal fest: Es gibt Orte auf Mallorca, die sich deutscher anfühlen als manche Orte in Deutschland. So lassen wir uns mitnehmen von der heimatlichen Stimmung. Wir verbringen einen richtig deutschen Nachmittag: Erdbeerkuchen im König Garten, dann Schnitzel in Heidis Schnitzelhütte und anschließend einen Absacker im Bierbrunnen. Ja steinigt uns dafür – aber das Schnitzel war echt sensationell.
Am späteren Abend mischt sich dann doch noch recht unerwartet eine ordentliche Portion mallorquinischer Kultur in unseren Tag. In dieser Woche findet nämlich auf ganz Mallorca die Festa del Carmen statt, bei der der Schutzpatronin der Fischer und Seeleute gedacht wird. In Cala Ratjada wird das Fest mit einem Correfoc, einem Feuerlauf, eröffnet. Ein irres Spektakel, bei dem die Teilnehmer als Dämonen verkleidet tanzend durch die Straßen ziehen und dabei Pyrotechnik abbrennen.
Im Anschluss an dieses Spektakel findet eine Party mit Livebands statt. Wir hatten an diesem Tag also beides: Heimatgefühle und fremde Kultur. Das geht wahrscheinlich wirklich nur auf Mallorca.
05. Juli 2026
Nach unserem aufregenden Abend in Cala Ratjada nehmen wir den letzten Nordwind und segeln weiter nach Süden. Wir lassen uns nur unter Genua die Küste entlang treiben. Champagnersegeln am Sonntagvormittag – herrlich!
Mitleidig schauen wir auf die Charterkatamarane, die uns gegen Wind und Welle unter Motor Richtung Norden entgegenbrettern, und stellen wieder einmal fest, wie schön es ist flexibel zu sein und seinen Routenplan den Windbedingungen anpassen zu können.
Wir passieren Orte, deren Namen uns noch von unserer Charterzeit in Erinnerung geblieben sind – Porto Cristo oder Cala d’Or zum Beispiel. Von hier aus sind wir 2022 einmal einen ganzen Tag gegenan aufgekreuzt, bei 1,5 m Welle und dreiviertel der Crew seekrank. Schön, dass wir das nur noch selten machen müssen.
Der Nordwind treibt uns weiter als geplant, auch weil er zwischenzeitlich etwas mehr auf Ost dreht und so an der Ostseite der Insel kaum geschützte Buchten zu finden sind. Deshalb landen wir schließlich in Portocolom.
Hier liegen wir zunächst mit dem Heck innerhalb des Tonnenstrichs der Hafeneinfahrt, also nicht ganz optimal. Naja, wir schauen mal, wie lange es dauert, bis wir weggeschickt werden. Spoiler: Ganze 20 Minuten. Zum Glück wird gleich in der Nähe ein Plätzchen frei, sodass wir noch einmal verlegen und dann auch wirklich bleiben können.
Portocolom selbst ist ein ganz netter Ort, in dem man es durchaus ein paar Tage aushalten kann. Vor allem, wenn man – so wie wir unter der Woche – eigentlich nur einen ruhigen Ankerplatz mit gutem Internet braucht.


























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