Leinen los! – In drei Schlägen von Chalkida nach Poros

Donnerstag, 20. März 2025 | Chalkida – Marathon

Nun ist es endlich so weit! Nach drei Wochen Vorbereitung und einer Woche Warten auf das passende Wetterfenster machen wir die Leinen los und verlassen Chalkida. Wir gehen mit einem lachenden und einem weinenden Auge – freuen uns auf die kommende Saison und sind gleichzeitig ein wenig wehmütig, diesen Ort hinter uns zu lassen. Chalkida ist uns im letzten Jahr zu einer Heimat geworden, und wir lassen mit Sabine und Uli auch Freunde zurück.

Wir fahren aus dem Hafen und blicken ein letztes Mal zurück, bevor wir die Evripos-Brücke durchqueren und Chalkida verlassen.

Durch das Fahrwasser geht es bis zum Leuchtturm Avlidas, wo wir zum ersten Mal in dieser Saison die Segel setzen. Leider ist der Wind sowohl in Stärke als auch in Richtung recht unstet, sodass wir immer wieder zwischen Segeln und Motoren wechseln. Wir passieren Eretria, und kurz vor Porto Rafti frischt ein konstanter Nordwind auf. Wir entscheiden uns, schweren Herzens Boufalo backbord liegen zu lassen und nutzen den Wind, um Strecke zu machen. Ab Samstag ist wieder Südwind angesagt – dann möchten wir bestenfalls bereits in Poros sein.

Mit der untergehenden Sonne landen wir in der Bucht von Marathon und beenden mit unserem ersten Ankermanöver mit neuer Kette einen gelungenen ersten Segeltag

Freitag, 21. März | Marathon – Pasa Limani

Wir verlassen die Bucht von Marathon. Heute heißt es Leichtwindsegeln – mit 3 Bft von achtern setzen wir die Genua und lassen uns die Küste entlangziehen. Es geht nicht schnell, aber es geht. Wir genießen die Sonne und die angenehmen Bedingungen.

Als der Wind noch weiter nach achtern dreht und die Welle etwas zunimmt, beschließen wir, den Spibaum zu setzen und die Genua auszubaumen. Leider sind die Sicherungsbolzen auf beiden Seiten fest. Wir luven an, um das Boot stabil zu halten, und fangen an, unseren Spibaum wieder flott zu machen. Auf dem Vordeck werkeln wir gut zwei Stunden herum, bis alles wieder gängig ist.

Anschließend setzen wir den Spibaum und nehmen wieder Kurs auf unser eigentliches Ziel – Pasa Limani. Auf Höhe von Makronisi wird die Welle durch die Strömung, die aus der Meerenge zwischen Evia und Andros kommt, deutlich mehr und der Wind deutlich weniger. Wir starten den Motor, bergen die Genua und motoren die letzten 5 sm bis zu unserem Zielort.

Nach sieben Stunden und knapp 30 zurückgelegten Seemeilen fällt der Anker in der Pasa Limani.

Samstag, 22. März 2025 | Pasa Limani – Poros

Nach einem kurzen Landgang und einer kleinen Drohnenflugrunde verlassen wir gegen Mittag Pasa Limani. Unser Timing ist nahezu perfekt – der einsetzende Südwind ist stark genug zum Segeln, hat aber noch keine Welle aufgebaut. Nur in der Richtung ist er noch etwas unstet.

Wir runden Kap Sounion und bewundern ein letztes Mal den Poseidon-Tempel, der auf dem Kap thront. Von hier aus legen wir Kurs auf Poros an. Da der Wind aber immer wieder dreht, sieht es zwischenzeitlich auch mal nach Hydra, Methana oder sogar Ägina aus. Uns ist es eigentlich egal, also segeln wir einfach weiter hart am Wind und schauen mal, wo wir rauskommen.

Nach etwa ⅔ der Strecke nimmt dann auch die Welle etwas zu, ist aber alles in allem moderat und angenehm zu ertragen. Außerdem frischt der Wind noch ein wenig auf und kommt nun aus einer für uns günstigen Richtung. So können wir wie geplant die Ostseite von Poros ansteuern.

Während die Sonne langsam hinter dem Peloponnes untergeht, bergen wir die Segel und nehmen Kurs auf das Fahrwasser nach Poros. Mit dem letzten Tageslicht erreichen wir die Stadt und gehen in der Navy-Bay vor Anker – ziemlich genau an dem Punkt, an dem wir letztes Jahr im November das letzte Mal gelegen haben.

2 Kommentare
  1. Silvi
    Silvi sagte:

    Eure Wehmut beim Verlassen, eure neugeborenen Freunde kann ich sehr gut nachvollziehen, doch wie sagte ein guter Freund einmal zu mir:
    „ Nichts macht die Welt geräumiger als Freunde in der Ferne“

    Und ich bin fest davon überzeugt, dass ihr euch immer mehr neue Heimaten erobern werdet!

    Fühlt euch geherzt!
    Silvi

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